3D-Drucker für das Heine

Die Zukunft der Warenbestellung könnte so aussehen, dass ein Kunde einen Software-Code mit der Bauanleitung erhält, ihn an sein Ausgabegerät übergibt, das dann mit der Produktion beginnt. Was hier nach Raumschiff Enterprise mit seinen Replikatoren klingt, ist längst keine Zukunftsmusik mehr. 3D-Drucker erobern gerade im Sturm die Wirtschaft und haben das Potenzial die nächste industrielle Revolution auszulösen. Gut, wenn sich schon Schülerinnen und Schüler mit dieser Technologie auseinandersetzen können.

Das Heinrich-Heine-Gymnasium hat seinen ersten 3D-Drucker in Betrieb genommen, gestiftet vom Rotary-Club Oberhausen. „Wir hoffen,“ so Michael Bülhoff von der Rotary Foundation, „dass das Gerät den Schülerinnen und Schüler beim Lernen und Erlernen der neuesten Technologien eine kleine Hilfe ist“. 

Unter 3D-Druck werden viele verschiedene Verfahren verstanden und der Name ist eigentlich falsch, erklärt aber einem Laien gut, was dort passiert. Wie von Zauberhand entstehen dreidimensionale Gebilde während eines Drucks. Dazu benötigt man einen Werkstoff wie Kunststoff, der erwärmt und Punkt für Punkt und Schicht um Schicht an die richtige Stelle gebracht wird. Die eigentliche Kunst im 3D-Druck muss vorher geschehen. Die Anleitung zum Druck wird als Computermodell erstellt und hier sind die Fähigkeiten zum Software-Programmieren gefragt.

Beim 3D-Druck sind – anders als beim Schmieden oder Gießen – praktisch alle Formen und kleinste Details möglich. So kann zum Beispiel ein Ersatzteil beim Auto schnell und billig auch als Unikat produziert werden. Schon heute wird er bei Architekturmodellen wie Brücken, in der Luftfahrtindustrie beim Flugzeugbau und natürlich im Maschinenbau eingesetzt. Doch damit nicht genug, denn es kann nicht nur mit Kunststoff gedruckt werden, sondern mit vielen anderen, auch biologischen, Materialien. Experten sagen dem 3D-Druck eine steile Karriere in der Medizintechnik voraus, wo individualisierte Organteile wie Herzklappen für jeden einzelnen Patienten möglich sind. 

Soweit sind die Schülerinnen und Schüler am Heine glücklicherweise noch nicht. Doch Schulleiter Marcus Kortmann freut sich trotzdem über die neuen Möglichkeiten: „Wir als MINT-freundliche Schule sehen die Möglichkeit unsere Schülerinnen und Schüler an diese zukunftsweisende Technologie heranzuführen. Und es ermöglicht uns zum Beispiel auch Schülerarbeiten wie Modelle in der Biologie oder Chemie in 3D und zum Anfassen herstellen zu können.“

Wer den 3D-Drucker in Aktion erleben will, kann das am Tag der Offenen Türe am Samstag, 17. November von 9 bis 13 Uhr tun. 

 

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